Für ein besseres Hörerlebnis sollten Sie Folgendes ausprobieren: Mubert App

Helena Celle ist das Pseudonym für elektronische Musik von Kay Logan, einer in Glasgow lebenden Musikerin und Klangkünstlerin. Ihre Synthesizer-Arbeiten und ihre multidimensionale Klangpraxis wurzeln in den Machtverhältnissen der Technologie, der Frage, wie man aleatorische Praktiken in einer oft starren Disziplin nutzen kann, und der Erforschung der Schnittstelle zwischen Informatik (Logan ist auch Programmiererin) und Klang. Sie spielt Gitarre in der Band Herbert Powell (Lost Map Records) und spielte zuvor Bassgitarre in der Band Anxiety (La Vida Es Un Mus Records).

Für viele Musiker ist die Beherrschung von Informatik und Programmierung unerlässlich. Hast du schon einmal programmiert und wie war deine Erfahrung? Wie einfach/schwierig ist es, Programmieren zu lernen? Mubert's Plattform In diesem Sinne? Sollte die Benutzeroberfläche vereinfacht oder andererseits mehr Funktionen enthalten, um den Benutzern mehr Kontrolle zu geben?

Ich habe einen akademischen Hintergrund in Informatik und Multimedia-Kunst und arbeite seit zehn Jahren als Toningenieur. Von Anfang an habe ich in meiner Arbeit, sowohl im akademischen als auch im beruflichen Kontext, Zufallsprinzipien und maschinelles Lernen eingesetzt, schätze aber gleichzeitig als Künstler die haptische Interaktion mit Werkzeugen. Ich interessiere mich sehr für technologische Entwicklungen, die Chancengleichheit im Hinblick auf Zugänglichkeit schaffen und traditionelle Vorstellungen von geistigem Eigentum in Frage stellen. Ich denke, dass Anwendungen wie … Mubert Sie helfen uns dabei, uns einer Zukunft anzunähern, die ich mir wünsche.

Musikerin und Klangkünstlerin Helena Celle

Ist der Zuhörer ein Mitgestalter, wenn er die Kompositionen lediglich nach seinen Vorlieben verändert?

Ja, aber die Dichotomie von Zuhörer/Interpret/Komponist reicht für die Zukunft menschlichen Schaffens nicht aus. Wir müssen eine postparadigmatische Sichtweise annehmen, die von der technologischen Entwicklung geprägt sein wird. Ich sehe diese als Gegenpol zu den heutigen Vorstellungen von geistigem Eigentum und eher in der Nähe von Volkstraditionen oder „archaischen“ Kunstkonzeptionen, die Kunst als Ausdruck eines kollektiven Unbewussten verstehen, das wir alle teilen. Man könnte dies als eine Art Archäofuturismus betrachten.

Sollte die Plattform mehr Instrumente bereitstellen, damit das Publikum mit Ideen experimentieren und sie verändern kann? Wie könnten diese Werkzeuge aussehen?

Die Möglichkeit, über den Mixer Stems, Effekt-Sends oder die MIDI-Implementierung zu steuern, könnte sehr interessant sein.

Gemeinsame Musikgestaltung mit KI Theoretisch macht dies den Algorithmus zu einem Co-Komponisten. Stimmen Sie dieser Aussage zu und wie stehen Sie dazu?

Ich glaube, dass der primäre Wert der Menschheit für nicht-menschliche Intelligenzen (was ich dem Begriff „künstliche Intelligenz“ vorziehe) in unserer Fähigkeit zur Vorstellungskraft und zur Umsetzung materieller Veränderungen liegt.